In ihren Quartierläden sehen Beatrice und Franz Scherrer mehr als ‚nur’ Einkaufsmöglichkeiten: Sie bilden wichtige soziale Treff- und Interaktionspunkte und somit auch Integrationsmöglichkeiten im Quartier. Denn die soziale Integration wollen die Inhaber aktiv fördern und aufrechterhalten. Zudem pflegen die Scherrers in ihren kleinen Teams soziale Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen. Schon mehrfach haben sie bewusst Mitarbeitende rekrutiert, die aus den Maschen der gesellschaftlichen Strukturen gefallen waren oder aber Phasen von Beeinträchtigungen in ihren bisherigen Arbeitsanstellungen einstecken und verarbeiten mussten. Diese MitarbeiterInnen konnten dank einer geregelten Tätigkeit wieder Fuss fassen und in die Gesellschaft integriert werden. „Wir wollen diesen Leuten eine Chance geben und sie aufbauen“ so Franz Scherrer.

Bereits seit 10 Jahren fahren die zwei Lieferwagen täglich mit Erdgas oder Diesel (ausgerüstet mit Partikelfilter) denn: „Wir wollten ein Zeichen setzen. Damit sich diese umweltfreundliche Energie durchsetzt, braucht es Leute, die handeln“, so Franz Scherrer. Auch hier zeigt sich: Chäs Scherrer steht für gelebte Taten statt blosser Worte!

Beide Geschäfte haben in den jeweiligen Quartieren eine lange Tradition und wurden stets im Familienbesitz geführt. Anfangs 2003 übernahmen Scherrers den Quartierladen in Töss und im Mai 2011 zusätzlich denjenigen in der Breite – und das mit viel Elan, Idealismus und als totale Quereinsteiger.

Als Quereinsteiger: Franz Scherrer war früher Versicherungsfachmann bei der SUVA und Beatrice Scherrer war Kaufmännische Angestellte und Familienfrau. Beatrice arbeitete seit 1999 Teilzeit im Quartierladen, bevor der damalige Besitzer den beiden den Laden zum Kauf anbot. Franz meinte dazu, es sei ein Angebot gewesen, das sie nicht hätten ausschlagen können. Sie mussten es einfach versuchen.

Mit Elan: Die beiden sind sich einig. Der tägliche Kontakt mit der Kundschaft und die Arbeit mit Lebensmitteln ist für sie so bereichernd und erfüllend, dass dadurch die langen Präsenzzeiten sowie die körperlich anstrengende Arbeit leichter zu bewältigen sind.

Und mit viel Idealismus: Sie wollten damals wie heute ein Zeichen gegen das vielbeschworene Lädelisterben setzen und können seit der Übernahme 2003 steigende Umsätze sowie ansteigende Mitarbeiterzahlen verzeichnen. Das ist für das Ehepaar Scherrer der grösste Erfolg und wichtiger, als wenn sie „...mit den Geschäften Millionen verdienen würden.“

Auch bei der Sortimentsauswahl werden die Ladenbesitzer von Idealismus geleitet: Sie wollen beim Käse, den Milchprodukten, ja gerne im gesamten Sortiment regionale Produkte in den Mittelpunkt stellen und deren Produktion fördern. Und das tun sie seit Anbeginn sehr erfolgreich, ein Konzept, das die Grossverteiler erst allmählich für sich entdecken.

Spannend am Konzept der Scherrers ist zudem die Idee der Milchtouren: Ebenfalls ein Konzept, das die Grossverteiler mit ihren Heimlieferdiensten für sich entdeckt haben. Diese erreichen jedoch wohl nie die persönliche Note, die bei Chäs Scherrer geschätzt und gepflegt wird. Mit das Schönste an den Touren sei die persönliche Kundenbindung so Franz Scherrer. Ein Lächeln, eine nette Geste oder die persönliche Beratung an der Haustüre bereicherten seinen Arbeitsalltag ungemein – und denjenigen der Kundschaft bestimmt auch! Seit 2003 sind Franz und ein Teil seiner Mitarbeiter an fünf Tagen in der Woche mit Lieferwagen unterwegs und beliefern private Haushalte, Firmen, Schulen und Alterswohnungen auf dem ganzen Winterthurer Stadtgebiet mit allem, was das Konsumentenherz begehrt. Längst werden nicht mehr nur Milchprodukte und Käse geliefert: Käse- und Fleischplatten, Geschenkpackungen, abgepacktes Fleisch, Brot, Gemüse, allgemeine Haushaltartikel. Ja kurz alles, was es in den Quartierläden gibt, kann man direkt und bequem zu sich nach Hause bestellen.

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